Steve Jobs: Der Tod eines Genies

6 10 2011

Seine Jünger nannten in „iGod”. Das war nur halb ironisch, spielte mit dem kleinen i und den großen Würfen wie iPhone und iPad, die Steve Jobs zur Legende zu Lebzeiten machte. Jetzt ist der Mann, der mehr als dreieinhalb Jahrzehnte die Welt der Computer mitgeprägt hat, im Alter von 56 Jahren gestorben.

„So direkt hatte ich dem Tod noch nie ins Gesicht gesehen”, sagte er 2004 nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs: „Und ich hoffe, das war’s auch für die nächsten Jahrzehnte.” Seine Hoffnung wurde nicht erfüllt. Der hagere Vegetarier, der seit 2009 mit einer neuen Leber lebte, hat seinen letzten Kampf verloren.

Adoptivkind, Studienabbrecher, Sonderling. Der Weg des Steve Jobs zu einem der einflussreichsten Unternehmer der Welt war nicht vorgezeichnet. Aber der Sohn einer Syrers und einer US-Studentin hatte einige wichtige Eigenschaften, die ihn zum Kult machen. Er hatte ein Gespür dafür, was die Menschen wollen: „Der für die meisten Leute zwingendste Grund, sich daheim einen Computer zu kaufen, wird darin bestehen, ihn in ein landesweites Kommunikationsnetz einzubinden.” Das sagte er 1985. Niemand dachte da an Internet, und Heimcomputer waren noch was Exotisches.

Noch etwas zeichnete Jobs aus: Er konnte mit Niederlagen umgehen. „Manchmal zieht einem das Leben eins mit dem Knüppel über den Schädel”, sagte er über seinen Rauswurf bei Apple. Dort, bei dem Unternehmen, das er 1976 selbst mit einem Spezi in der Garage seiner Eltern gegründet hatte, war er 1985 von dem Top-Manager gefeuert worden, den er selbst geholt hatte: „Ich stand mit 30 auf der Straße und alle Welt bekam es mit” , sagte Jobs: Doch er reagierte nicht verbittert: „Es war das beste, was mir passieren konnte”, sagte er 2004. Tatsächlich nutzte Jobs seine Zeit zum Einstieg bei Pixar. Jobs revolutionierte den computergesteuerten Trickfilm, Branchenführer Disney musste Pixar kaufen und Jobs zum größten Disney-Einzelaktionär machen.

Und eine dritte Eigenschaft hatte Jobs. Er war ein genialer Verkäufer. Nicht alle bahnbrechenden Apple-Produkte hat er selbst erfunden. Aber er konnte seine durchgestylten Maschinchen vermarkten. Die Produktvorstellungen im kalifornischen Cupertino glichen Andachten, wenn nicht Technik-Messen. Die Fans campierten vor den Apple-Stores um den Globus, wenn’s was Neues gab. Wie sehr Apple vom Charisma ihres iGurus abhing, zeigte sich erst Anfang der Woche. Tim Cook, der nicht minder talentierte Nachfolger auf dem Chefsessel, präsentierte der Gemeinde mit dem iPhone 4 S eine glatte Enttäuschung.

Auch der Mann im Rollkragenpullover war vor Misserfolgen nicht gefeit, es gab durchaus auch Apple-Flopps, weil die Produkte zu teuer oder zu unzuverlässig waren. „Aber man darf den Glauben nicht verlieren”, war einer der Kernsätze des Familienvaters.

„Lebt man jeden Tag, als wär’s der letzte, liegt man eines Tages richtig”, zitierte er vor Stanford-Absolventen eine seiner Lebensweisheiten. In der mittlerweile berühmten Ansprache an der Elite-Uni redete auch über den Tod: „Niemand ist dem Schicksal entronnen, und so soll es auch sein”, philosophierte er: „Der Tod ist die mit Abstand beste Erfindung des Lebens.” Denn: „Er räumt das alte weg.”
Zu der Zeit dachte Jobs, er habe den Krebs besiegt.

Quelle: Abendzeitung.de

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