Darf man gebrauchte MP3-Songs verkaufen?

24 01 2012

In den USA laufen Musikkonzerne gegen den neuen Internetdienst „ReDigi“ Sturm. Über das Portal verkaufen Nutzer gebrauchte MP3-Dateien. Der Rechtsstreit eröffnet eine neue Runde in der Debatte um Urheberrechte im digitalen Zeitalter.
ReDigi ist der nach eigener Aussage weltweit erste Online-Marktplatz für gebrauchte digitale Musik. Mit anderen Worten: Hier verkaufen Sie Ihre alten MP3-Dateien. Und so funktioniert das Ganze: Wer mitmachen möchte, lädt sich ein spezielles Programm (den „ReDigi Music Organizer“) auf seinen PC und meldet sich als Nutzer an.
Der Organizer greift auf die iTunes-Musikbibliothek zu. Nachdem Sie die Songs markiert haben, die Sie verkaufen möchten, lädt die Software die Dateien in eine Cloud – und löscht parallel die Lieder aus Ihrer iTunes-Bibliothek und von allen synchronisierten Geräten (etwa Smartphones). Findet sich ein Interessent für Ihre Offerte, lädt dieser das Lied aus der Cloud auf seinen Rechner. Daraufhin löscht ReDigi die Datei aus seinem Bestand.
Die Musikindustrie ist natürlich von diesem Angebot nicht sonderlich begeistert – und zieht in den USA gegen ReDigi vor Gericht. Begründung: ReDigi dupliziere Songs, erstelle also unerlaubte Kopien urheberrechtlich geschützter Werke. Das Unternehmen sieht sich dagegen durch die sogenannte First-Sale-Doktrin (Bestandteil des US-Urheberrechts) geschützt. Sie besagt, dass urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis weiterverkauft werden können.
Ob das Werk in physischer oder digitaler Form vorliegt, spiele keine Rolle. ReDigi beteuert zudem, dass man keine Kopien weiterverkauft, sondern ein digitaler, legal erworbener Download ein einzelnes Artefakt sei.
ReDigi operiert derzeit nur in den USA; andere Nationen sind vom MP3-Weiterverkauf ausgeschlossen. Für deutsche Interessenten stellt sich daher die Frage: Kann ein Dienst wie ReDigi hierzulande überhaupt starten? Nach Meinung des Bundesverbandes Musikindustrie haben solche Anbieter in Deutschland keine Chance, da hierfür die rechtlichen Grundlagen fehlen. Zudem hätten deutsche Gerichte mehrfach bestätigt, dass der Erwerb einer Datei rechtlich anders zu bewerten ist als der Weiterverkauf etwa einer Musik-CD.
Der Streit um ReDigi erinnert an das Verfahren gegen die Firma Usedsoft. Das in München beheimatete Unternehmen verkaufte gebrauchte Software-Lizenzen der Firma Oracle. Diese ging gegen die Firma gerichtlich vor – und bekam Recht. Auf die Revision von Usedsoft hin setzte der Bundesgerichtshof das Verfahren aus und legte den Fall dem Europäischen Gerichtshof vor. Der muss sich nun mit dem Rechtsschutz von Computerprogrammen auseinandersetzen.
Eine Richtungsentscheidung, die auch auf MP3s Anwendung finden könnte, ist möglich. Wann sie kommt, ist allerdings ungewiss.

Quelle

Irgendwie ist das langsam echt lächerlich, erst wird bei Software und Games der Weiterverkauf durch Onlineaktivierung verhindert und jetzt das.

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