Das Bier ABC

17 02 2012

Grade auf dem „Ich komme aus Bayern, damit bin ich automatisch cooler als Du“ Facebook-Profil gefunden:

Wer nach München kimmt, sollt’ si scho a bisserl mit da hiesigen Bierkultur auskenna. Schließlich san mia Münchner stolz auf de langjährige Tradition da Braukunst in da Stod. Fia alle, die si no ned so guad auskenna, hom ma a alphabetische Übersicht üba’s Bier, de Brauereien und de Ingredienzen z’samma g’stellt. Prost nachad!

Alkoholfrei’s Bier
Von Traditionalisten abglehnt, werd dieses vitaminhaltige, isotonische Getränk vo de Gesundheitsbewussten und Autofahrer geliebt. Sport und Bier vadrogn sich ideal, wenn’s dem Gerstensaft mittels Osmose an Alkohol entziagn. Der technisch nimma weida reduzierbare Restalkoholgehalt vo’ etwa 0,5% is fia’d Kinda zwar unschädlich, se sollt’n aba a ned an den Geschmack gwohnt wern, wei’s sonst am Vata ois wegsauffa’.

Augustinerbräu
Älteste Münchner Brauerei seit 1328. Traditionsbewußt und deshalb bei uns Münchner b’sondas beliebt. Wichtigste Marken: Helles Lagerbier und Export “Edelstoff”.

Bier
Alkohol- und kohlensäurehaltiges Getränk, wos durch’d Gärung vom Wasser, Hopfen und Malz entsteht. Bier guit in Minga ois flüssig’s Nahrungsmittel und hod d’ Stod dank seina langen Brautradition und hohen Qualität in da ganzn Welt berühmt g’macht. Scho’d Sumerer hom 3000 v.Chr. a’ Art Bier braut – aba no lang ned so guad wie mia Münchner.

Biergarten
An dene Plätz’ im Freien treffen se Münchner aller G’sellschaftsschichtn zum gemeinsamen Biergenuss. De ersten Biergärten san im 19. Jahrhundert entstanden. Schattige Kastanien und Kiesboden warn’d Kühlanlag fia de Lagerkeller vom schlecht haltbaren untergärigen Bier. Die Münchner hom se’s Bier direkt vom Lager g’hoid und glei g’müadlich an Ort und Stelle drungga – so wia heut a’ no…

Bierpreis
B’sondas zum Oktoberfest wern die steigenden Preise hitzig diskutiert. Im 19. Jahrhundert war da Bierpreis sogar Anlass von Aufständen. De Preise auf da Wiesn 2008 warn scho zum schbeim, heia werds ned bessa sei.

Brotzeit
Bier alloa macht selbst an Münchner ned satt. Zua a zünftign Brotzeit g’hean Weißwürscht, Brez’n, Obatzda (a Kasspezialität) oder a’ Radi (Rettich). In traditionellen Biergärten is’ erlaubt sei Brotzeit selba mitz’bringa.

Franziskaner
Münchner Brauerei in da Au, 1363 erstmals erwähnt. Die ursprüngliche Braustätte lag gegenüber des Franziskaner-Klosters und hat daher ihren Namen. 1861 ging Franziskanerbräu in den alleinigen Besitz von Joseph Sedlmayer über und wurde mit dessen Leistbräu zusammengelegt. 1922 mit dem ebenfalls in Sedlmayer-Familienbesitz befindlichen Spaten vereinigt.

Hacker-Pschorr
Münchner Brauerei, bereits im frühen 15. Jahrhundert erwähnt. Im 18. Jahrhundert von den Eheleuten Joseph Pschorr und Maria Theresia Hacker erworben, von den Söhnen in “Hacker-Brauerei” und “Brauerei zum Pschorr” getrennt, 1972 wiedervereinigt. Heute zur Paulaner-Gruppe gehörig. Wahlspruch: “Himmel der Bayern”.

Hefe
Brauer’s little helper. Kultur von einzelligen Pilzen. In früheren Zeiten war ihre Bedeutung unbekannt, deshalb werd’s im Reinheitsgebot a ned erwähnt. Heute werd’s dazua doa, um an Zucka in Ethanol (Alkohol) und Kohlensäure z’ verwandeln. Bleibt die Hefe nach der Gärung oben, ist das Bier obergärig. Bei untergärigen Sorten lagert sich die Hefe unten ab.

Helles
Untergäriges, gelbes Bier aus Bayern. Stammwürze zwischen 11 und 13 %, Alkoholgehalt 4,5 bis 6 %. Länger haltbar als obergäriges Bier.

Hofbräuhaus
Der staatliche Brauerei des bayerischen Staates, 1589 zur Versorgung des Hofes gegründet. Der Bierpalast am Platzl aus dem Jahr 1897 ist Anziehungspunkt für urige Münchner und neugierige Touristen.

Hopfen
(lat. Humulus) Kletterpflanze aus der Gattung der Hanfgewächse. Verleiht dem Bier einen herben Geschmack und sorgt für die beruhigende Wirkung. Gemeinsam mit Malz in den bierseligen Sprüchen “Bei dem ist Hopfen und Malz verloren” und “Hopfen und Malz – Gott erhalt’s” enthalten.

Löwenbräu
Münchner Brauerei in der Nymphenburger Straße. Vermutlich bereits im Jahr 1383 gegründet. Einst die größte Brauerei Münchens, seit 1997 mit Spaten zusammengeschlossen.

Malz
Getrocknetes und gekeimtes Getreide. Beim Mälzen wird das Getreide zunächst eingeweicht und so zum Keimen gebracht. Nach einigen Tagen wird es getrocknet und geröstet. Im süßen und weichen Malz sind dann Enzyme und Zucker entstanden, die für das Bierbrauen und die Bildung von Alkohol unerlässlich sind.

Maß
Ursprünglich betrug diese Volumeneinheit 1,069 Liter. Heute kommen in einen Maßkrug 1,000 Liter Bier – wenn da Wirt richtig ei’schenkt. Bittschön mit kurzem “a” aussprechen!

Museum
In München gibts auch Wissenswertes über den Gerstensaft auf zwei Etagen. Das Bier- und Oktoberfestmuseum in der Sterneckerstraße wurde 2005 eröffnet. Frisches Bier gibt’s übrigens im angeschlossenen Bierstüberl.

Nockherberg
Berühmtes Wirtshaus. Das Starkbiermekka der Paulaner Brauerei in der Au. Zum Starkbieranstich im Frühjahr werden Politiker vom Festredner Bruder Barnabas ”derbleckt” und im Singspiel parodiert.

Oktoberfest
Das größte Volksfest der Welt seit 1810. Im Volksmund “Wiesn” genannt. Ursprünglich das Vermählungsfest zur Hochzeit von Prinz Ludwig und Therese auf der Theresienwiese. Aufgrund des riesigen Erfolges alljährlich wiederholt. Das Fest beginnt inzwischen, wie der Name schon sagt, traditionsgemäß im September.

Paulaner
Ehemalige Klosterbrauerei in der Neuhauser Straße, das heutige Brauhaus steht in der Au. 1634 von Mönchen des Paulaner-Ordens gegründet. Im Besitz der Schörghuber- Gruppe und der niederländischen Heineken. Berühmt für das Starkbier Salvator und das Wirtshaus am Nockherberg.

Radler
Der Kuglerwirt aus Oberhaching erfand 1922 aus der Not heraus dieses Mischgetränk aus Bier und Limonade. In seiner Ausflugsgaststätte drohte ihm an einem heißen Tag das Bier auszugehen und so mischte er seinen zumeist radlfahrenden Gästen einfach Limonade ins damals noch dunkle Bier.

Reinheitsgebot
Das bayerische Grundgesetz des Bierbrauens ist eine der ältesten Lebensmittelregelungen der Welt. Es wurde im Jahre 1516 vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. erlassen und lautet vereinfacht: “Ins Bier gehören nur Hopfen, Malz und Wasser.”

Spaten
Münchner Brauerei, deren Ursprünge sich auf das Jahr 1397 zurückverfolgen lassen. Werbespruch “Lass Dir raten, trinke Spaten” aus dem Jahr 1924. Die Spaten-Franziskaner-Gruppe (Spaten, Franziskaner, Löwenbräu, Unionsbräu) fusionierte 2003 mit dem internationalen Bierkonzern InBev.

Stammwürze
Maß für die “Stärke” des Bieres. Gelöste Bestandteile aus Malz und Hopfen im Wasser vor der Gärung.

Unionsbräu
Münchner Brauerei in Haidhausen. 1885 von Joseph Schülein gegründet, 1922 mit der Löwenbräu fusioniert. Im Keller des Gasthauses wird heute noch das naturtrübe Bier gebraut. Der Wirt Ludwig Hagn betreibt auch das Wiesnzelt Löwenbräu.

Weißbier
Das beliebteste Bier der Münchner. Das obergärige Bier aus Weizenmalz weist eine Stammwürze von 11-14% und einen Alkoholgehalt zwischen 5 und 6% aus. Darreichungsform: im schlanken 0,5l Weizenbierglas.

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