Super-Nanny wirft hin

27 11 2011

Hier mal den Artikel von Bild.de. Ich persönlich finde es wirklich toll, dass Frau Saalfrank den Budenzauber nichtmehr mitmachen will. In diesem Sinne kann ich Frau Saalfrank nur alles Gute für den weiteren Lebensweg wünschen.

Am 16. November zeigte RTL die 145. ­Folge von „Die Super Nanny“ mit Katharina Saalfrank – jetzt kam heraus: Es war die letzte. Nach Streit mit dem Sender über ihre Arbeitsbedingungen warf die TV-Pädagogin hin.

Worum es geht, die Hintergründe. Sie war das sanfte Gesicht und die strenge Stimme einer Erziehungs-Show, die für RTL zur Primetime Topquoten und Marktanteile von über 20 Prozent holte. Doch jetzt ist die erfolgreiche Zusammenarbeit von „Super Nanny“ Katharina („Katia“) Saalfrank, 40, und dem Kölner Privatsender beendet worden. Ganz offenbar im Unfrieden, wenn nicht gar im Streit.

Sicher ist: Das Aus kam eher unerwartet, bereits am 16. November wurde die definitiv letzte Ausgabe der „Super Nanny“ mit Katharina Saalfrank gesendet.

Eine entsprechende Pressemitteilung verschickte die Kommunikationsabteilung von RTL gestern Morgen um 9.20 Uhr; nüchtern hieß es in dem Schreiben: „Nach sieben erfolgreichen Jahren und 145 Folgen stellt RTL das Coaching-Format ,Die Super Nanny’ (…) ein.“

Man sei trotz respektabler Quoten unübersehbar in einer Reifephase angekommen, informiert der Kölner Sender und schreibt weiter: „Wir haben daher gemeinsam mit Katia Saalfrank beschlossen, keine neuen Folgen mehr zu produzieren.“

Dass es am Ende der Zusammenarbeit noch viele Gemeinsamkeiten zwischen RTL und der Vorzeige-Gouvernante gab, bezweifeln Insider. Zu den aktuellen Ereignissen wollten sich am Samstag aber weder Saalfrank, noch ihr Anwalt offiziell äußern.

Nach Recherchen von BILD am SONNTAG soll Frau Saalfrank von RTL ein Angebot für acht weitere Folgen im kommenden Jahr gehabt haben. Anfang November habe es entsprechende Gespräche gegeben, Saalfrank bat um Bedenkzeit.

Zu Beginn der Woche schrieb sie dann eine E-Mail an ihren Haussender. Die Mail enthielt detaillierte Begründungen für die Absage der TV-Pädagogin und war nicht nur an Markus Küttner, den verantwortlichen Bereichsleiter Comedy & Real Life adressiert, sondern noch an einige andere RTL-Mitarbeiter.

Der „Spiegel“ zitiert einen Satz aus der kritischen Saalfrank-Mail: „In meine Arbeit als Fachkraft in diesem Format wurde extrem (…) und teilweise sogar gegen pädagogische Interessen eingegriffen“.

Erzieherische Inhalte seien in diesem Jahr „massiv in den Hintergrund“ gedrängt worden. Dies sei sicher der „Entwicklung des medialen Markts“ hin zu „gescripteter“, also inszenierter, Realität geschuldet, komme für sie aber nicht mehr infrage.

Heftige Vorwürfe, die RTL zurückweist. Man habe weder pädagogische Inhalte in den Hintergrund gedrängt, noch extrem in die Arbeit von Saalfrank eingegriffen.

Viel Spaß dürfte Katia Saalfrank der TV-Job zuletzt nicht mehr gemacht haben.

Trotz der Quoten-Erfolge stand ihr Format regelmäßig im Kritikfeuer der Experten. Der Deutsche Kinderschutzbund forderte RTL zuletzt sogar auf, die „Super Nanny“ einzustellen. Saalfrank und ihr TV-Team hätten nicht eingegriffen, als in der Folge vom 14. September eine dreifache Mutter ihre Kinder geschlagen habe.

Wenigstens ihre eigene Familie dürfte sich über das TV-Aus der „Super Nanny“ freuen; Katia Saalfrank ist verheiratet, hat vier Kinder. Die sehen Mutti jetzt wieder öfter live. Und nicht nur im Privatfernsehen.

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Heute diskriminieren wir Gamer in Köln!

25 08 2011

Die Aufblende ließ schon erahnen, in welche Richtung die Boulevardsendung “Explosiv” auf RTL, sozusagen das Abwasserrohr ihrer nachmittäglichen Exkrementenbeschau, munter zu traben gedachte. Drei in slow-motion versetzte ahnungslose Jungs, deren drei gehighlightete “Merkwürdigkeiten” am Körper in Form von rosa Haaren, einer Bierflasche und (na gut) nicht besonders liebevoll gemachter Verkleidung, dem verblüfften Zuschauer klar machen sollten: hier handelt es sich um die typischen Vertreter eines Besuchers der Gamescom.

Wir wissen natürlich, was man von Boulevardsendungen geliefert bekommt: Verzerrte Realität, Fokussierung auf den Bodensatz der Bildungsfernen, Hechtsprünge in die Klischeetöpfe und – darauf läuft es hinaus –  die Bedienung des Voyeurismus, dem wohligen Grausen beim Beschauen des Gruseligen.

Die Berichterstattung auch in diesem Fall möglichst menschenverachtend und diskriminierend zu gestalten ist den Machern unfraglich gelungen. Sich aus der langen Liste der medial unbedarften Kandidaten die unbeflecktesten Messebesucher herauszusuchen, ist keine besondere Kunst. Auch nicht, im Schlepptau eine persilreine Promoterin mit extraweißer Zahnleiste und zentrifugenhaft geschwungenenen Hotpants, Leute einzukreisen, die den zuvor ausgemachten Kategorien von “Verkleideten”, “Extrovertierten” und “Ungewaschenen” zugehörig sind. Über all dem schwebt permanent die unheilschwangere Wolke des fragwürdigen Singledaseins.  Dass nicht nur schüchterne Gamer gern mal Single sind, sondern vielleicht auch proppere, frischgewaschene Promoterinnen, diese Ungereimtheit stellt sich den Reportern gar nicht erst. Sie haben beschlossenen, dem unbeholfenen Zuschauer daheim ein möglichst ungenaues Bild der weltgrößten Spielemesse zu liefern und tun dies auch. Warum das so ist? Das weiß allein der boulevardeske Gott der Daseinsverdichtung.

Es ist nichts weltbewegend Neues, dass man für jedes Klischee irgendjemanden findet, der es auch bedient. Überraschend ist auch nicht, dass der Boulevardjournalismus das tut, was man von ihm erwartet: Unbescholtene Menschen vorführen, Nebensächlichkeiten zu Universalien aufblasen und uninformierte Zuschauer daheim im Ohrensessel schaudern machen. Ich beginne langsam, mich zu wiederholen.

So endet denn auch der Beitrag mit den drei Jungs, die wir zu Beginn schon bestaunen durften, diesmal allerdings laut dem Off-Kommentator deutlich geräuchert von drei Tagen Gamescom und dreißig Grad im Schatten und sehr frustriert, weil man keine Mädchen kennen lernen konnte. Vielleicht hätte jemand den verantwortlichen Redakteuren mitteilen sollen, dass es sich bei der Gamescom um eine internationale Spielemesse handelt und nicht um ein Sammelbecken verbindungswütiger Elementarteilchen.

Vielleicht haben sie ja etwas mit dem davor gezeigten Beitrag verwechselt.

Oder sollte es sich hier tatsächlich um eine Offenbarung handeln und wir sehen uns alle in einem völlig falschen Lichte?! Schaut Euch das Video an und versucht, Euch selbst einmal zu beleuchten. Wieviel Klischee steckt in Euch?

Das Video könnt ihr euch hier ansehen (direkt bei RTL-NOW).

Quelle: Justgaming.eu